Schalksmühle/Halver
 Schalksmühle/Halver

Kühlschränke gesucht für Molkereiwaren

Organisieren die “Schalksmühler Tafel”: Erika und Claus Dieter Ostmeyer. (WR-Bild: Othlinghaus)

Schalksmühle. (oth) Die Dankbarkeit für ihre Hilfe lesen sie “in den Augen der betroffenen Kinder und Erwachsenen”. Erika Ostmeyer, Waldesruh 18, und ihre Tochter Astrid Lehmann helfen den sozial Schwächsten in der Gemeinde Schalksmühle. Die “Schalksmühler Tafel” verteilt Lebensmittel.

Erika Ostmeyer ist die Vorsitzende der im vergangenen Monat gegründeten “Schalksmühler Tafel e.V.”. Nicht erst seit Gründung ist die “Tafel” in Schalksmühle aktiv. Zuvor versorgte die “Lüdenscheider Tafel” 200 Personen in der Volmegemeinde. Die Lebensmittel werden täglich bei drei Lebensmittelmärkten und Bäckern in Lüdenscheid, Hagen und Schalksmühle aussortiert, an gleichen Tagen von der “Tafel” abgeholt und unverzüglich an die Bedürftigen verteilt.

Zwei Jahre hat Erika Ostmeyer in der “Tafel” in Lüdenscheid mitgearbeitet. Doch die Lüdenscheider gliederten Schalksmühle aus ihrem Versorgungsgebiet aus (die WR berichtete). Das führte zur Neugründung in der Volmegemeinde. Zunächst mit Hindernissen.

In der Bundesrepublik sind rund 320 “Tafeln” registriert. Ein Bundesverband regelt die Verhältnisse untereinander. So sollen zwischen den Vereinssitzen mindestens 25 Kilometer Abstand bestehen. Als der Bundesverband daher die Schalksmühler Gründung wegen der geringeren Entfernung zu Lüdenscheid nicht anerkannte, schaltete sich Claus Dieter Ostmeyer ein. Selbst Vorstandsmitglied teilte der dem Bundesverband die Gründe für eine Schalksmühler Tafel mit. Nun fehlt dem Verein nur noch die bereits zugesagte, aber noch nicht bestätigte Eintragung als “e.V.” ins Vereinsregister.

Das hindert die ehrenamtlich Tätigen nicht, die “Ärmsten der Armen” auch weiterhin zu versorgen. Eigentlich wäre es schon eine Vollzeitbeschäftigung, über 60 Stunden mit Einsammeln, Vorsortieren und Verteilung in der Woche tätig zu sein und dabei rund 700 Kilometer mit privatem Pkw zu fahren.

Not leidende Familien, eine ist mit 16 Personen bei der “Tafel” registriert, und weitere besonders kinderreiche Familien, wie auch Alleinlebende zwischen Pulvermühle und Strücken, Herbecke, Eschenweg und Mollsiepen werden in ihren Wohnungen von der “Tafel” versorgt. Das aber wird sich ändern.

Ab kommenden Montag wird die Tafel ein eigenes Domizil haben und in der Hälverstraße 6 montags, mittwochs und freitags von 17 bis 19.30 Uhr die Ausgabestelle für Lebensmittel öffnen. Doch in Ausnahmefällen werden auch weiterhin Lebensmittel direkt bei den Betroffenen abgeliefert. Wer sich nichts “schenken lassen möchte”, kann einen kleinen Obolus bei der “Tafel” spenden.

Das Lebensmittelsortiment ist umfangreich. Was fehlt sind Molkereiprodukte. Um kurzfristig leicht verderbliche Waren aufzubewahren, sucht die “Tafel” Kühlschrank und Gefriertruhen. Auch das Einsammeln und Ausfahren der Waren mit Privatfahrzeugen sei kein Dauerzustand, so Claus-Dieter Ostmeyer.

Die “Schalksmühler Tafel” hat inzwischen 21 Mitglieder, Jahresbeitrag 25 Euro. Gesucht werden Sponsoren.

28.07.2004

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